08.08.2012, Duisburg

KLÖCKNER & CO SE: ABSATZ UND UMSATZ ZWEISTELLIG ÜBER VORJAHR. EBITDA VOR RESTRUKTURIERUNGSAUFWENDUNGEN MIT 50 MIO. € IM ZWEITEN QUARTAL IM RAHMEN DER PROGNOSE. MASSNAHMENPAKET ZUR STEIGERUNG DER PROFITABILITÄT DEUTLICH AUSGEWEITET.

EBITDA-ERWARTUNG FÜR DAS DRITTE QUARTAL 25 BIS 35 MIO. € VOR RESTRUKTURIERUNGSAUFWENDUNGEN. ERREICHEN DES OPERATIVEN VORJAHRESERGEBNISSES (EBITDA) EHER UNWAHRSCHEINLICH.

  • Absatz um 14,1 % auf 3,7 Mio. t und Umsatz um 12,6 % auf rund 3,9 Mrd. € durch Akquisitionen und starkes Wachstum in den USA gesteigert
  • EBITDA 98 Mio. € (einschließlich Restrukturierungsaufwendungen 78 Mio. €), nach 166 Mio. € im Vorjahr
  • Konzernergebnis bei -48 Mio. € (vor Restrukturierungsaufwendungen und Impairments: -5 Mio. €), nach 50 Mio. € im Vorjahr
  • Ergebnis je Aktie von -0,48 €, nach 0,69 € im Vorjahr
  • Maßnahmenpaket weiter vorangetrieben und zuletzt deutlich ausgeweitet
  • EBITDA-Prognose für Q3 bei 25 bis 35 Mio. € vor Restrukturierungsaufwendungen mit leichtem saisonal bedingten Absatzrückgang

Alle Angaben beziehen sich auf die ersten sechs Monate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum

Duisburg, 8. August 2012 – Im ersten Halbjahr wurden Absatz und Umsatz insbesondere durch die Akquisition von Macsteel Service Centers USA und ein starkes organisches Wachstum in den USA deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis (EBITDA) vor Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 98 Mio. € lag jedoch, im Wesentlichen bedingt durch die schwächere Konjunkturentwicklung in Europa, unter dem Vorjahresniveau. Mit 50 Mio. € EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen im zweiten Quartal konnte trotz des verschlechterten Umfelds der prognostizierte Rahmen erreicht werden. Das in Aussicht gestellte Erreichen des EBITDA des Vorjahres ist im laufenden Geschäftsjahr vor dem Hintergrund der vor allem in Europa rückläufigen Konjunkturentwicklung eher unwahrscheinlich.

Gisbert Rühl, Vorstandsvorsitzender der Klöckner & Co SE: „Die Lage in Europa ist zunehmend angespannt und wir sehen die weitere Entwicklung weiterhin skeptisch. Wir haben uns frühzeitig darauf eingestellt und unsere Restrukturierungsmaßnahmen zuletzt erheblich ausgeweitet. Wachstumstreiber für Klöckner & Co ist und bleibt der US-amerikanische Markt, in dem wir durch die weitestgehend abgeschlossene Integration von Macsteel bestens aufgestellt sind."

Steigerung bei Absatz und Umsatz, Ergebnis deutlich unter Vorjahr
Klöckner & Co konnte den Absatz in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2012 vor allem akquisitionsbedingt, aber auch durch organisches Wachstum in den USA um 14,1 % auf 3,7 Mio. t gegenüber dem Vorjahr (3,3 Mio. t) steigern.

Im Segment Europa lag der Absatz aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds sowie der Aufgabe von Geschäftsbereichen mit niedriger Profitabilität um 6,5 % unter Vorjahr.

Im Segment Americas stieg der Absatz hingegen insbesondere akquisitionsbedingt um 67,8 % gegenüber dem Vorjahreswert. Auch bereinigt um die Akquisitionen des Geschäftsjahres 2011 konnte der Absatz in den USA organisch um 10,9 % und damit deutlich gegenüber Markt und Vorjahr gesteigert werden. Der bereinigte Absatz für den Gesamtkonzern ging aufgrund der schwachen Entwicklung in Europa um 2,7 % zurück.

Der Umsatz des Konzerns lag im ersten Halbjahr 2012 bei rund 3,9 Mrd. € und damit um 12,6 % über dem Umsatz des ersten Halbjahres 2011 (ohne Berücksichtigung von Akquisitionen – 2,7 %). Das durch starke Lagergewinne geprägte Rohertragsniveau des Vorjahresvergleichszeitraums konnte aufgrund der Wettbewerbsverschärfung nicht erreicht werden. Dies führte zu einer Rohertragsmarge, die mit 17,5 % erheblich unter dem Vorjahresniveau von 19,9 % lag. Das EBITDA ging dadurch deutlich von 166 Mio. € im ersten Halbjahr 2011 auf 98 Mio. € (-41,0 %) vor Restrukturierungsaufwendungen zurück. Im zweiten Quartal lag das EBITDA mit 50 Mio. € vor Restrukturierungsaufwendungen um 18,5 % unter dem Vorjahreswert von 62 Mio. €.

Das Ergebnis war im abgelaufenen Halbjahr belastet durch eine außerplanmäßige Wertberichtigung (Impairment) des Geschäfts- oder Firmenwerts aus der brasilianischen Frefer-Akquisition in Höhe von 21 Mio. €, so dass das EBIT der ersten sechs Monate 2012 -5 Mio. € betrug (1. Hj. 2011: 122 Mio. €). Das Vorsteuerergebnis (EBT) lag bei -47 Mio. € nach 81 Mio. € im Vorjahreszeitraum. Klöckner & Co erzielte damit insgesamt einen Konzernverlust in Höhe von 48 Mio. € (vor Restrukturierungsaufwendungen und Impairments: -5 Mio. €; 1. Hj. 2011: 50 Mio. € Konzerngewinn). Das unverwässerte Ergebnis je Aktie betrug -0,48 € nach 0,69 € im Vorjahr.

Beibehaltung starker Bilanz- und Finanzierungsstrukturen
Die Veränderung in der Bilanz ist insbesondere durch den saisonal bedingten Aufbau des Net Working Capitals geprägt. Entsprechend hat sich die Bilanzsumme um 4,9 % auf 4.938 Mio. € erhöht. Neben Konsolidierungseffekten erforderten gestiegene Absatzvolumina eine höhere Mittelbindung im Net Working Capital auf 1.685 Mio. € nach 1.534 Mio. € zum Ende des Geschäftsjahres 2011.

Die Eigenkapitalquote betrug zum 30. Juni 2012 rund 37 % und lag damit auf dem Niveau wie zum Ende des Geschäftsjahres 2011. Die Netto-Finanzverbindlichkeiten beliefen sich bedingt durch die höhere Mittelbindung im Net Working Capital auf 582 Mio. € nach 471 Mio. € zum Ende des vorangegangenen Geschäftsjahres. Im Verhältnis zum Eigenkapital konnten die Netto-Finanzverbindlichkeiten mit einem Gearing von 36 % weiterhin auf einem niedrigen Niveau gehalten werden. Die Liquiditätsposition lag mit 974 Mio. € nach 987 Mio. € zum 31. Dezember 2011 weiterhin auf hohem Niveau. Ein Teil der hohen Liquidität wurde Ende Juli genutzt, um die fällig gewordene Wandelanleihe in Höhe von 325 Mio. € zu bedienen.

Maßnahmenpaket vorangetrieben und deutlich ausgeweitet
Bereits im September 2011 hatte Klöckner & Co auf die rezessive Entwicklung in den europäischen Peripheriestaaten mit einem Maßnahmenpaket reagiert – und dabei einen Rückgang des Stahlverbrauchs in Europa von 5 % unterstellt. Die zu diesem Zeitpunkt von vielen Marktteilnehmern als zu negativ eingeschätzte Entwicklung hat sich in ihrem Ausmaß aktuell sogar noch verschärft.

Schwerpunkte des Maßnahmenpakets waren neben der Senkung von Verwaltungs- und Vertriebs-Gemeinkosten sowie der Aufgabe nicht ausreichend profitabler Geschäftsaktivitäten auch tiefgreifende Einschnitte in das Standortnetzwerk in Spanien. Die damit verbundenen Restrukturierungsaufwendungen haben das EBITDA des zweiten Quartals mit 17 Mio. € belastet.

Auf die verschärfte Konjunkturentwicklung in Europa hat Klöckner & Co abermals umgehend reagiert und die ursprünglich 700 zum Abbau vorgesehenen Stellen auf 1.300 erhöht. Auf den Gesamtkonzern bezogen sind das 12 % des Mitarbeiterbestands. Durch die Ausweitung des Programms strebt Klöckner & Co einen EBITDA-Beitrag von jetzt rund 90 Mio. € nach zuvor 70 Mio. € auf vergleichbarer Jahresbasis an. Die Umsetzung der Maßnahmen schreitet planmäßig voran, auch wenn diese ihre volle Wirkung erst im Jahr 2013 entfalten werden. In Europa wurden seit Programmstart rund 520 der ursprünglich 700 und zuletzt auf 1.300 ausgeweiteten betroffenen Stellen abgebaut. Die Erweiterung des Mitarbeiterabbaus bezieht sich ausschließlich auf die Landesgesellschaften in Spanien, Frankreich und Osteuropa. Die Umsetzung wird zum Jahresende weitgehend abgeschlossen sein. Zudem sind erste Schritte zur Schließung unrentabler Standorte und Geschäftsaktivitäten vollzogen worden. Besonders davon betroffen ist die Tochtergesellschaft in Spanien, aber auch bspw. das Großkundenträgergeschäft in Deutschland und den Niederlanden.

Parallel konnte die Integration von Macsteel in den USA weitestgehend abgeschlossen werden. Dies führt zu erheblichen Synergie- und Crosssellingeffekten, neben den ohnehin positiveren Prognosen für das Wachstum in den USA.

Expansion in das US-Automotive-Geschäft initiiert
Mit der Errichtung eines Stahl-Service-Centers auf dem Werksgelände von ThyssenKrupp Steel USA in Alabama/USA hat Klöckner & Co die mit der Übernahme von Macsteel verfolgte Strategie zur Ausweitung des Service-Center-Geschäfts fortgesetzt. Damit rundet das Unternehmen das Produktportfolio in den USA durch Automobilgüten für Premiumhersteller ab. Das Werk soll im Herbst 2013 in Betrieb genommen werden.

Ausblick
Für das dritte Quartal 2012 erwartet das Unternehmen aktuell aufgrund des schwierigen Marktumfelds sowie der saisonal üblichen Verlangsamung der Geschäftsaktivitäten über den Sommer ein EBITDA vor Restrukturierungsaufwendungen von 25 bis 35 Mio. €. Diese Entwicklung wird zum einen von einer vergleichsweise besseren wirtschaftlichen Entwicklung in den USA begünstigt, zum anderen aber auch von einer gestärkten Marktposition nach der vollständigen Integration von Macsteel und den daraus entstehenden Verbundeffekten.

Für das Geschäftsjahr 2012 erwartet Klöckner & Co derzeit weiterhin eine Steigerung des Absatzes und Umsatzes gegenüber dem Vorjahr. Dabei soll die Steigerung trotz der Portfoliobereinigungen und der schwachen Marktentwicklung in Europa durch die im letzten Jahr durchgeführten Akquisitionen und das organische Wachstum in den USA erreicht werden. Aufgrund der sich weiter zuspitzenden wirtschaftlichen Gesamtsituation in Europa und einer möglichen Abkühlung der Konjunktur in den USA ist ein Erreichen des operativen Vorjahresergebnisses (EBITDA) aus heutiger Sicht eher unwahrscheinlich.

Über Klöckner & Co
Klöckner & Co ist der größte produzentenunabhängige Stahl- und Metalldistributor und eines der führenden Stahl-Service-Center-Unternehmen im Gesamtmarkt Europa und Amerika. Das Kerngeschäft des Klöckner & Co-Konzerns ist die lagerhaltende Distribution von Stahl und Nicht-Eisen-Metallen sowie der Betrieb von Stahl-Service-Centern. Auf Basis seines Distributions- und Servicenetzwerks bedient der Konzern an rund 290 Standorten in mehr als 20 Ländern über 170.000 Kunden. Aktuell beschäftigt Klöckner & Co rund 11.200 Mitarbeiter. Der Konzern erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 7,1 Mrd. €.

Die Aktien der Klöckner & Co SE sind an der Frankfurter Wertpapierbörse zum Handel im Regulierten Markt mit weiteren Zulassungsfolgepflichten (Prime Standard) zugelassen. Die Klöckner & Co-Aktie ist im MDAX®-Index der Deutschen Börse gelistet.

ISIN: DE000KC01000; WKN: KC0100; Common Code: 025808576.

Ansprechpartner
Dr. Thilo Theilen – Pressesprecher
Leiter Investor Relations & Corporate Communications
Telefon: +49 (0) 203-307-2050
Fax: +49 (0) 203-307-5025
E-Mail: thilo.theilen@kloeckner.com

Pressemitteilung 08.08.2012

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Christian Pokropp

Head of Corporate Communications

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