Strategie | Klöckner & Co SE
Menü

„KLÖCKNER & CO 2022" - UNSERE STRATEGIE

Digitalisierung heißt auch im internationalen Stahlhandel: Nur wer schnell und anpassungsfähig ist, gehört zu den Gewinnern. Klöckner & Co ist ein Pionier des Wandels. Wir haben daher unsere Strategie im September 2017 ausgebaut, um noch digitaler, effizienter und damit profitabler zu werden. Die drei strategischen Eckpfeiler stehen und werden durch den Wandel hin zu einer offeneren, kundenorientierteren, flexibleren und digitalen Unternehmenskultur unterstützt.

1. Digitalisierung und Plattformen: Die Digitalisierung unseres Geschäfts ist der zentrale Pfeiler unserer Strategie. Wir sind Vorreiter und bereiten den Weg für unsere Kunden und Partner. Im Rahmen von „Klöckner & Co 2022“ rücken wir die Disruption des Stahl- und Metallhandels über eine Industrieplattform in den Fokus. Mit dieser klaren Ausrichtung übertragen wir die Chancen und Potenziale des Handels auf digitalen Marktplätzen auf unser Geschäft und profitieren davon.

2. Höherwertiges Geschäft: Der Fokus auf das Geschäft mit höheren Margen bleibt eine zentrale Stoßrichtung der Strategie „Klöckner & Co 2022“. Auch hier erwarten wir im Zusammenhang mit der Digitalisierung zusätzliche Impulse.

3. Effizienzverbesserung: Anfang des Jahres haben wir das Programm „VC² – Value Creation at the Core“ zur weiteren Steigerung unserer Effizienz ins Leben gerufen. VC² soll als Beschleuniger für unsere Strategie
„Klöckner & Co 2022“ wirken, indem die bestehenden Optimierungsprogramme „One Europe“ und „One US“ zusammengefasst und durch eine Reihe von weiteren Initiativen aus den Bereichen Geschäftsmodellinnovationen, operative Exzellenz und profitables Wachstum ergänzt werden. Das Programm wird uns nicht nur nachhaltig unabhängiger von Marktpreisschwankungen machen, es wird auch unsere Position als digitaler Vorreiter im Distributionsgeschäft festigen.

Flankiert wird unsere Strategie „Klöckner & Co 2022“ von einer Vielzahl unterstützender Aktivitäten sowie einem Kulturwandel in allen Bereichen unseres Unternehmens.

DIGITALISIERUNG UND PLATTFORMEN

Die von Klöckner & Co entwickelte Digitalisierungsstrategie zielt darauf ab, die Ineffizienzen der Liefer- und Leistungskette in der Stahlindustrie durch die digitale Vernetzung aller Marktteilnehmer zu beseitigen und damit die Effizienz für alle Beteiligten deutlich zu erhöhen.

Alle Projekte und Initiativen rund um die Digitalisierung und Vernetzung von Klöckner & Co werden von
kloeckner.i, unserem Group Center of Competence für Digitalisierung, aus dem Zentrum der deutschen Start-up-Szene in Berlin vorangetrieben. Bei kloeckner.i arbeiten mittlerweile über 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Produktinnovation, Softwareentwicklung, Onlinemarketing und Business Analytics.

Durch die Anwendung von Arbeitsmethoden wie Design Thinking, agiler Produktentwicklung und dem Lean Start-up Approach entwickeln wir in kürzester Zeit digitale Lösungen für unsere Kunden und Partner. Auf diese Weise konnten wir unseren über digitale Kanäle generierten Umsatzanteil von 9 % im ersten Quartal 2016 sukzessive auf 21 % zum Ende des zweiten Quartals 2018 steigern. Auch auf der Beschaffungsseite haben wir uns bereits mit Großhändlern und namhaften Stahlproduzenten vernetzt.

Zudem haben wir unser Angebot erweitert, indem wir unseren zunächst proprietären Onlineshop für Partner mit komplementären Produkten geöffnet haben. Damit können Klöckner & Co-Kunden über diese Marktplatzfunktion auf ein deutlich breiteres Spektrum an Stahl- und Metallprodukten zugreifen, ohne dass wir in die Verbreiterung unseres Angebots investieren müssen.

Neben der unternehmensübergreifenden Digitalisierung der Prozesse gewinnt auch die intelligente Nutzung der generierten Daten immer mehr an Bedeutung. Um auch hier frühzeitig dabei zu sein, sind wir Kooperationen mit Aera und Arago, zwei der führenden Anbieter für künstliche Intelligenz (KI), eingegangen.

Im Februar dieses Jahres sind wir mit der ersten Version der offenen Industrieplattform XOM Materials live gegangen. Im Gegensatz zu den Klöckner & Co-Onlineshops ist diese Industrieplattform ein letztendlich vollkommen unabhängiger Marktplatz für den digitalen Handel von Stahl-, Metall- und industriellen Produkten und damit auch für direkte Wettbewerber von Klöckner & Co offen. Das Wachstum von XOM Materials soll durch externe Investoren realisiert werden, womit sukzessive auch die Unabhängigkeit von Klöckner sichergestellt werden soll.

Die Verbindung zu externen Start-ups stellen wir über unsere Venture-Gesellschaft kloeckner.v her. Wir investieren hier über ausgewählte Venture-Capital-Fonds und auch direkt in Start-ups, die unsere Digitalisierungsstrategie mit disruptiven Ansätzen unterstützen.

Mit unserer Digitalisierungsstrategie ist auch ein tiefgreifender Kulturwandel im Unternehmen verbunden. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen unsere Digitalisierungsstrategie verstehen und sie sollen wissen, wie sie zur Erreichung unserer ehrgeizigen Ziele beitragen können. Zudem müssen wir, den immer dynamischeren Veränderungen in unserem Umfeld Rechnung tragend, noch schneller und agiler werden. So kommen die innovativen Arbeitsweisen aus der Start-up-Szene verstärkt im gesamten Konzern zur Anwendung. Dazu findet ein intensiver Austausch zwischen unserer Digitalisierungstochter kloeckner.i und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Unternehmensbereiche aus allen Landesgesellschaften statt.

Zusätzlich werden über die Klöckner & Co Digital Academy Onlineschulungen angeboten, um die Belegschaft fit für das digitale Zeitalter zu machen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden so bei der Entwicklung und Umsetzung neuer Ideen unterstützt und können diese über innovative Kommunikationskanäle – wie das unternehmensinterne Social Network Yammer – hierarchiefrei mit allen Kolleginnen und Kollegen über Landes- und Bereichsgrenzen hinweg diskutieren und verfeinern. Wir haben damit vertikale Kommunikationssilos zugunsten einer ungefilterten und auch zunehmend horizontalen Kommunikation aufgebrochen.

Auch diese Maßnahmen zeigen bereits Wirkung. Bei kununu, dem größten Arbeitgeber-Bewertungsportal in Europa, liegen wir in der Kategorie „Führungskultur“ auf Platz 9 von allen Unternehmen in Deutschland. Auch in der Kategorie „Arbeitsklima“ liegen wir auf einem hervorragenden 38. Platz.

HÖHERWERTIGES GESCHÄFT

Viele unserer Kunden sind stark vertikal integriert und führen Arbeitsschritte noch auf konventionelle Weise durch, die wir durch die Bündelung von Aufträgen effizienter vornehmen können. Ein gutes Beispiel hierfür sind unsere Investitionen in 3D-Laser, mit denen wir mehrere Arbeitsschritte unserer Kunden, wie das Bohren, Sägen oder Schlitzen, zu attraktiven Konditionen und unter einem deutlichen Zugewinn an Präzision kombinieren können. In Großbritannien haben wir beispielsweise mittlerweile das landesweit zweitgrößte 3D-Laser-Zentrum in der Nähe von Dudley aufgebaut. In Deutschland haben wir bereits den dritten 3D-Laser in Betrieb genommen und damit eine Nische sehr erfolgreich besetzt.

Zusätzlich sind wir in die 3D-Druck-Technologie eingestiegen. Nach vielversprechenden Tests mit unserem ersten 3D-Drucker bei kloeckner.i in Berlin ist mittlerweile auch unsere deutsche Landesgesellschaft Klöckner & Co Deutschland GmbH mit der Investition in einen 3D-Drucker für Metalle in den Zukunftsmarkt der additiven Fertigung eingestiegen.

Im abgelaufenen Quartal haben wir das anspruchsvolle Werftengeschäft weiter ausgebaut. Unsere deutsche Tochtergesellschaft besitzt große Expertise im Bereich der Lieferkettenorganisation in der Schifffahrtsindustrie. Als
exklusiver Partner der Meyer Werft konnten wir unser Branchenwissen nutzen und nun weitere bedeutende Partnerschaften eingehen.

Weiter ausgebaut haben wir auch das margenstärkere Geschäft mit höherwertigen Produkten. So haben wir im vergangenen Jahr am Standort in Bönen, Nordrhein-Westfalen, ein Service-Center zur Verarbeitung von Aluminium-Flachprodukten für die Automobilbranche und die verarbeitende Industrie in Europa errichtet – mit einer
gesamten jährlichen Verarbeitungskapazität von 80.000 Tonnen Aluminium.

EFFIZIENZVERBESSERUNG

PROGRAMM „ONE EUROPE“
Ab Ende 2019 soll „One Europe“ einen jährlichen EBITDA-Beitrag von rund 30 Mio. € erbringen. Bisher wurden bereits 16 Mio. € realisiert, davon 6 Mio. € im ersten Halbjahr 2018.

PROGRAMM „ONE US“
Ab Ende 2020 soll das Programm einen EBITDA-Beitrag von jährlich 15 Mio. US-Dollar leisten. Die für das
Jahr 2018 geplanten 4 Mio. US-Dollar wurden bereits vollständig realisiert.